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Glaubenssätze, Affirmationen, Autosuggestionen - Teil 1


Wo ist der Unterschied und bewirken die überhaupt etwas?


Ich starte mit einer klassischen Einordnung der Begriffe, so wie du sie auch online finden würdest.

Dazu kommen Beispiele, damit du sie leichter auseinanderhalten kannst.


Glaubenssatz

Ein Glaubenssatz ist ein inneres neurologisches Modell. Er hängt mit deinen Werten zusammen und wird im Hintergrund als wahr abgespeichert.

Genau deshalb lässt er sich nicht einfach durch eine bewusste Entscheidung verändern.

Man kann grob zwei Formen unterscheiden.

Die erste Form sind Regeln nach dem Muster Ursache und Wirkung. Du erkennst sie an Formulierungen wie:


"Wenn das passiert, dann folgt jenes, weil so und so".

Die zweite Form sind Bedeutungszuweisungen, sogenannte komplexe Äquivalenzen.

Das eine wird gleichgesetzt mit dem anderen.


Ein Beispiel wäre: Krankheit bedeutet Geborgenheit.

Daneben gibt es Annahmen, die sich anfühlen wie ein Endpunkt. Du erkennst sie an Gedanken wie:


So ist das nun mal oder Menschen sind eben so oder das Leben ist so.



Affirmation

Eine Affirmation ist eine Aussage mit einer positiven Bewertung, zum Beispiel:


Ich bin gesund.

Zuerst ist das einfach ein Satz, der eine innere Richtung geben soll.

Ich schreibe bewusst soll, weil Affirmationen nur dann wirklich greifen, wenn sie nicht im Widerspruch zu deinen unbewussten Glaubenssätzen stehen. Eine Aussage wie "Ich bin reich" soll ein gutes Gefühl auslösen. Wenn tief im System aber Reichtum mit Gefahr, Schuld, Neid oder Ablehnung verknüpft ist, wird der Satz innerlich nicht angenommen. Dann bleibt er oberflächlich.


Nehmen wir das Beispiel "Ich bin gesund". Vernünftig betrachtet möchte jeder einen gesunden Körper. Vitalität, Kraft und ein gutes Lebensgefühl. Wenn jedoch ein tiefer Glaubenssatz Krankheit mit Liebe, Fürsorge oder Geborgenheit koppelt, wird Gesundheit innerlich ambivalent. Ein Teil will gesund sein, ein anderer Teil hat Angst, etwas zu verlieren, das einmal über Krankheit erreichbar war. So entsteht ein innerer Konflikt, der mit reinen Worten kaum aufzulösen ist.



Autosuggestion und Suggestion

Suggestion bedeutet Beeinflussung von Fühlen, Denken oder Handeln. Diese Beeinflussung kann von außen kommen, dann spricht man meist von Suggestion, oder von innen, dann ist es eine Autosuggestion.

Ein gutes Beispiel für Suggestion ist die Werbung. Sie arbeitet mit Bildern, Sprache, Musik, Tempo. Sie erzeugt gezielt ein Gefühl von Mangel oder Sehnsucht und macht ein Produkt damit wichtig oder begehrenswert.


Autosuggestion beschreibt Methoden, mit denen du dein Unterbewusstsein bewusst beeinflussen kannst, damit sich Denken, Fühlen und Verhalten verändern. Dazu zählen unter anderem Affirmationen oder sogenannte Mind Movies. Ein Mind Movie wirkt zwar über äußere Reize, du siehst und hörst etwas, dennoch kommt es aus dir, weil du es selbst gestaltest und dein Ziel selbst definierst.


Wie du siehst, haben alle drei Begriffe das Potenzial, stark auf dein System einzuwirken. Ich verwende das Wort System gern, weil es die persönliche Ebene einen Moment zur Seite stellt. Es nimmt dem Drama die Bühne, auch wenn es schwer war. Es schafft Abstand, ohne etwas abzuwerten.


Wir definieren uns oft über unsere Geschichte.

Über Erlebtes, Erfahrungen und Prägungen. In vielen psychologischen Zugängen ist genau das der Rahmen, in dem ein Mensch verstanden wird. Wenn du jedoch ein neues Ziel erreichen willst, brauchst du irgendwann auch die Bereitschaft, die alte Identität lockerer zu halten.

Deine aktuellen Gedanken entstehen aus unbewussten Programmen, die mit Erfahrung, Konditionierung und Glaubenssätzen verbunden sind. Aus diesen Gedanken entstehen Gefühle. Aus Gedanken und Gefühlen folgen Handlungen. Daraus ergibt sich dein derzeitiger Alltag.

Gesundheit, Finanzen und Beziehungen spiegeln dein System. Wenn du eine andere Spiegelung willst, braucht dein System neue Muster. Das gelingt häufig leichter, wenn du dem Ganzen weniger persönliche Endgültigkeit gibst.


Sieh es spielerisch. In dir wirkt eine Mischung aus Erfahrungen, Konditionierungen und Glaubenssätzen. Du bist diese Mischung nicht. Du trägst sie. Und du kannst sie verändern.

Teil 2 folgt



Hinweis

Dieser Text ersetzt keine ärztliche Abklärung und keine Psychotherapie. Wenn du starke depressive Symptome hast, anhaltende Angst, Panik, körperliche Warnzeichen oder ein Suchtverhalten bemerkst, hol dir bitte passende medizinische und therapeutische Unterstützung. Eigenverantwortung heißt auch, Hilfe rechtzeitig anzunehmen.


 
 
 

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