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was epigenetik mit dem Selbstwert zu tun hat

Aktualisiert: vor 2 Tagen


Viele Menschen tragen die Idee in sich, dass ihr Selbstwert erst entstehen muss. Als müsste man ihn aufbauen wie einen Muskel. Das klingt logisch und erzeugt gleichzeitig Druck, denn wer sich unsicher fühlt, glaubt schnell, mit ihm stimme etwas nicht.


Die Biologie erzählt eine andere Geschichte.

Ein Baby kommt nicht mit Selbstzweifel auf die Welt. Es fordert, was es braucht. Es schreit. Es nimmt Raum ein. Es hat kein Konzept von peinlich. Kein inneres Urteil. Selbstwert ist also nicht etwas, das du mühsam herstellen musst. Er ist eher etwas, das über die Jahre verdeckt wurde. Durch Erfahrungen, durch Erwartungen, durch Beziehungen und durch den Zustand des Körpers.

Epigenetik hilft, genau das besser zu verstehen.



Gene sind nicht dein Schicksal, sie reagieren nur

Epigenetik beschreibt, wie stark bestimmte Gene im Alltag abgelesen werden. Sie sind aber nicht dein Schicksal, sondern die Antwort auf äußere Reize. Schlaf, Stress, Ernährung, Entzündung, Bewegung und Sicherheit wirken wie Signale. Sie stellen ein, was im Körper lauter wird und was leiser.

Wenn dein System lange im Alarm ist, verändert sich auch dein inneres Erleben.


Dann wird das Leben enger. Der Blick SUCHT Probleme. Der Körper hält fest. Der Kopf produziert Geschichten, die sich sehr wahr anfühlen.

Ich bin zu sensibel. Ich bin nicht belastbar. Mit mir stimmt etwas nicht.

Das klingt wie psychologisches Problem, ist aber oft neurobiologisch verstärkt. Ein Nervensystem im Dauerstress sucht Sicherheit und wenn es sie nicht findet, erzeugt es Schutzstrategien. Rückzug, Kontrolle, Betäubung, Reizbarkeit, Grübeln. Durch eine physiologische Logik,

die stets danach strebt, dich in Sicherheit zu bringen. IMMER. Du bist ein "Säugetier". Ohne Sicherheit, kein Überleben und, du kannst dienem Körper, Sicherheit NICHT vortäuschen, egal, wieviel Dopamin du tirggerst.



Darm, Stimmung und Selbstbild hängen zusammen

Der Darm ist ein Kommunikationsorgan. Wenn die Verdauung aus dem Gleichgewicht ist, wenn Entzündungen im Hintergrund mitlaufen oder der Blutzucker stark schwankt, wirkt sich das auf deine Stimmung und Belastbarkeit aus. Viele Menschen deuten das als Beweis, dass sie psychisch nicht in Ordnung sind.


Oft ist es eher ein Hinweis, dass das System Unterstützung braucht.

Das ist aber auch entlastend. Nicht alles, was sich wie ein Charakterproblem anfühlt, ist eines.



Empfindliche Systeme sind oft keine Schwäche

Manche Menschen haben genetische Varianten, die bestimmte Prozesse etwas anders laufen lassen. Mein System kann zum Beispiel Stresshormone nicht so gut abbauen.

Andere haben keine nachgewiesenen Varianten und reagieren trotzdem empfindlich, weil der Schlaf fehlt, Stress hoch ist oder die Regeneration zu kurz kommt. Dann verhält sich der Körper, als wäre er dauerhaft am Limit. Das wirkt wie ein Persönlichkeitsproblem. Ist aber ein Zustandsproblem

und Zustände kann man verändern.



Stressmanagement ist der wichtigste Hebel

Stressmanagement ist KEIN Wellnessprogramm. Es ist Biochemie Pflege. Wenn du langfristig deinen Selbstwert zurückholen willst, brauchst du nicht nur neue Gedanken, sondern auch einen Körper, der wieder Sicherheit fühlt.

Das bedeutet nicht, dass deine Geschichte unwichtig ist. Es bedeutet nur, dass du nicht alles über den Kopf lösen musst.



Kleine Schritte, die viel verändern

  • Schlaf schützen und regelmäßig werden lassen

  • Täglich sanfte Bewegung, vor allem gehen (wir haben unsere langen Beine nicht zum Stitzen)

  • Eiweiß, Gemüse und Ballaststoffe sollten Deine Ernährung ausmachen. (1g Eiweiß pro kg Körpergewicht ist das absolute MINIUM)

  • Blutzucker beruhigen durch einfache Mahlzeiten und weniger stark verarbeitete Lebensmittel

  • Darm freundlich behandeln und Beschwerden abklären lassen

  • Sicherheit ins System bringen durch Rhythmus, Natur, Berührung mit "sicheren" Menschen und klare Grenzen



Ein kurzer Dopamin Hinweis, weil er Selbstvorwürfe reduziert.

Dopamin treibt uns Richtung Erleichterung. Unter Stress greift das Gehirn schneller zu schnellen Lösungen. Zucker, Scrollen, Alkohol, Überarbeiten, Porno oder Rückzug fühlen sich dann besonders verführerisch an. Das heißt aber nicht, dass du schwach bist, sondern ist DAS Signal, dass dein System Entlastung braucht.


Zum Schluss eine Frage, die hängen bleiben soll

Was, wenn dein Selbstwert nicht kaputt ist? Was, wenn er nur unter Stress schlecht erreichbar ist?



Hinweis

Dieser Text ersetzt keine ärztliche Abklärung und keine Psychotherapie. Wenn du starke depressive Symptome hast, anhaltende Angst, Panik, körperliche Warnzeichen oder ein Suchtverhalten bemerkst, hol dir bitte passende medizinische und therapeutische Unterstützung. Eigenverantwortung heißt auch, Hilfe rechtzeitig anzunehmen.


 
 
 

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